Shopify B2B: Was Händler ohne Plus jetzt können

Shopify B2B: Was Händler ohne Plus jetzt können

Thinkideas Insights News – Titelbild: Shopify B2B: Was Händler ohne Plus jetzt können
Thinkideas Insights News – Titelbild: Shopify B2B: Was Händler ohne Plus jetzt können

Veröffentlicht: 2. August 2026

Lesezeit: 5 Minuten

Shopify öffnet zentrale B2B-Funktionen für die Pläne Basic, Grow und Advanced. Damit können deutlich mehr Händler Großhandel und Direktkundengeschäft nativ in einem Shop verwalten.

Der Einstieg wird einfacher, doch nicht jede Plus-Funktion ist enthalten. Entscheidend ist deshalb, ob drei B2B-Kataloge und standardisierte Prozesse für Ihr Geschäftsmodell ausreichen.

Kurz & kompakt

✓ Shopify B2B ist in Basic, Grow, Advanced und Plus verfügbar.

✓ Unternehmen, Unternehmenssitze und Self-Service-Bestellungen sind in allen vier Plänen enthalten.

✓ Basic, Grow und Advanced unterstützen insgesamt bis zu drei aktive B2B-Marktkataloge.

✓ Mengenregeln, Mengenrabatte und Netto-Zahlungsbedingungen benötigen keinen Plus-Plan mehr.

✓ Individuelle Unternehmenskataloge, Anzahlungen und Teilzahlungen bleiben Plus vorbehalten.

Was sich bei Shopify B2B geändert hat

Shopify hat seine grundlegenden B2B-Funktionen im Frühjahr 2026 auf die regulären Pläne ausgeweitet. Händler können Geschäftskunden nun als Unternehmen mit mehreren Standorten, Kontakten, Adressen und eigenen Bestellregeln abbilden.

Zum Funktionsumfang gehören außerdem hinterlegte Kreditkarten, Bestellnummern, Netto-Zahlungsbedingungen, Schnellbestelllisten sowie Automatisierungen mit Shopify Flow. Laut Shopify entstehen für die B2B-Funktionen selbst keine zusätzlichen Gebühren, wobei abhängig vom Vertrag unterschiedliche variable Plattformgebühren für B2B- und D2C-Bestellungen gelten können.

Funktion

Basic, Grow, Advanced

Shopify Plus

Unternehmen und Standorte

Enthalten

Enthalten

Aktive B2B-Kataloge

Bis zu 3 insgesamt

Unbegrenzt

Mengenregeln und Staffelpreise

Enthalten

Enthalten

Direkte Katalogzuweisung je Unternehmen

Nicht enthalten

Enthalten

Anzahlungen und Teilzahlungen

Nicht enthalten

Enthalten

Kontextbezogener Checkout

Nur Advanced

Enthalten

Wo die neuen Funktionen konkret helfen

Großhandel ohne getrennten Zweitshop

Für viele Marken ist B2B kein eigenständiges Geschäftsmodell, sondern ein zusätzlicher Vertriebskanal. Ein gemeinsamer Shopify-Shop kann Produkt-, Kunden-, Bestell- und Bestandsdaten bündeln, während Geschäftskunden nach der Anmeldung ihre verfügbaren Produkte und Preise sehen.

Das reduziert typische Übergangslösungen wie versteckte Kollektionen, manuell versendete Preislisten oder Bestellungen per E-Mail. Besonders relevant ist dies für Händler mit wenigen, klar definierten Preisgruppen, etwa Fachhandel, Wiederverkäufer und Großabnehmer.

Kataloge steuern Preise und Sortiment

B2B-Kataloge legen fest, welche Produkte zu welchen Preisen verfügbar sind. Zusätzlich lassen sich Mindestmengen, Höchstmengen, Bestellschritte und volumenabhängige Preisnachlässe konfigurieren.

In Basic, Grow und Advanced gilt das Limit von drei aktiven Katalogen über alle B2B-Märkte hinweg. Benötigen einzelne Kunden eigene Preislisten, wird diese Grenze schnell zum entscheidenden Planungsfaktor.

Praxis-Check

Mit drei Katalogen lassen sich beispielsweise Standardhandel, Premium-Partner und Großabnehmer abbilden. Verhandeln Sie dagegen regelmäßig individuelle Preise pro Kunde oder Standort, ist Shopify Plus weiterhin die passendere Architektur.

Diese Grenzen bleiben wichtig

Für B2B müssen die neuen Kundenkonten aktiviert und Geschäftskunden als Unternehmen mit mindestens einem Unternehmenssitz angelegt werden. Die alten Kundenkonten können nicht für native B2B-Bestellungen verwendet werden.

Auf Basic, Grow und Advanced setzen B2B-Kataloge außerdem das neue Shopify Markets voraus. Direkte Katalogzuweisungen zu einzelnen Unternehmen oder Standorten bleiben ebenso Plus-exklusiv wie Anzahlungsanforderungen, Teilzahlungen und Zahlungsanfragen pro Fulfillment.

Auch funktionale Einschränkungen gehören in die Prüfung: Beschleunigte Checkouts wie Shop Pay, Apple Pay, Google Pay und Amazon Pay sind laut Shopify nicht mit B2B kompatibel. Gleiches gilt unter anderem für Abonnements, lokale Zustellung und Agentic Storefronts; bei Drittanbieter-Apps muss die Kompatibilität separat geklärt werden.

Wichtig

Ein vorhandener D2C-Prozess lässt sich nicht automatisch unverändert auf B2B übertragen. Prüfen Sie insbesondere Zahlungsarten, Kundenkonten, Rabatte, Versandoptionen und angebundene Apps in einer realistischen Testbestellung.

Für wen der Einstieg besonders sinnvoll ist

Die Erweiterung ist vor allem für Händler attraktiv, die erste Großhandelsanfragen erhalten oder einen bislang manuellen B2B-Kanal digitalisieren möchten. Drei Preis- und Sortimentsgruppen reichen häufig aus, solange Konditionen standardisiert und Bestellungen vollständig im Self-Service abgewickelt werden können.

Komplexe Unternehmenshierarchien sind nicht automatisch ein Plus-Grund. Entscheidend sind vielmehr die Zahl individueller Preisvereinbarungen, besondere Zahlungsabläufe und die gewünschte Differenzierung von Storefront und Checkout.

Was Shopbetreiber jetzt prüfen sollten

✓ Erfassen Sie die tatsächlich benötigten Preis- und Sortimentsgruppen.

✓ Prüfen Sie, ob drei aktive B2B-Kataloge langfristig ausreichen.

✓ Aktivieren und testen Sie die neuen Kundenkonten vor dem Rollout.

✓ Kontrollieren Sie Apps, Zahlungsarten, Rabatte und Versandprozesse auf B2B-Kompatibilität.

✓ Vergleichen Sie den Plus-Bedarf anhand konkreter Prozesse statt anhand des erwarteten Umsatzes.

Beginnen Sie mit einem begrenzten Pilotsegment und wenigen Geschäftskunden. So erkennen Sie früh, ob Kataloglogik, Berechtigungen und Zahlungsbedingungen im Tagesgeschäft funktionieren.


Drei B2B-Kataloge verbinden Produktdaten mit verschiedenen Kundengruppen

Thinkideas View

Händler mit standardisierten Großhandelspreisen sollten native Shopify-B2B-Funktionen zunächst im bestehenden Plan pilotieren. Ein Wechsel zu Plus ist erst sinnvoll, wenn individuelle Unternehmenskataloge oder erweiterte Zahlungsprozesse nachweislich benötigt werden.

Fazit

Shopify B2B senkt die technische und finanzielle Einstiegshürde für den Großhandel deutlich. Basic, Grow und Advanced decken inzwischen einen belastbaren Kernprozess vom Firmenkonto bis zur Self-Service-Bestellung ab.

Der nächste sinnvolle Schritt ist eine Prozessaufnahme mit realen Kunden- und Preismodellen. Daraus lässt sich verlässlich ableiten, ob drei Kataloge genügen oder Plus-Funktionen geschäftskritisch sind.

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